Die nächsten Termine:
Mittwoch, 24. September 2025, 19 Uhr
„Nachhaltigkeit und Generalsanierung“ – Ökologische Aspekte und zukunftsfähige Lösungen in der Theatersanierung. Dienstag, 21. Oktober 2025, 18 Uhr
„Umwegrentabilität von Kultureinrichtungen“ – Wie Investitionen in Kultur langfristige gesellschaftliche und wirtschaftliche Effekte erzielen.
Die Bürgerinnen und Bürger über den aktuellen Sachstand der anstehenden Theatersanierung zu informieren – das ist das Ziel der neuen Reihe „Theater Talk“, welche dieses Jahr erstmals stattfindet. Hierbei erhalten die Gäste auch exklusive Einblicke ins Theatergebäude, die man sonst nicht erhält. Der Sanierungsbedarf wurde mehr als deutlich.
Intendant Lajos Wenzel führte, zum Start der Reihe, eine Gruppe interessierter Gäste eine Stunde lang durch den maroden Bau am Augustinerhof. Ob feuchte Wände, eine nicht funktionierende Klimaanlage, extrem beengte Verhältnisse, jahrzehntealte Sanitäranlagen, eine völlig veraltete Technik, die jederzeit auszufallen droht oder Schimmelschäden – der Bedarf einer Generalsanierung des Baus aus den 1960er-Jahren wurde mehr als offensichtlich. „So nah wie jetzt waren wir noch nie an der Sanierung“, weiß Wenzel.
Mittlerweile wurde das Vergabeverfahren für die Bauleistungen abgeschlossen. Den Auftrag für die Generalsanierung des Altbaus aus den 1960er Jahren erhielt die Arbeitsgemeinschaft der Büros MOW und Fabre Speller aus Frankfurt und Paris. Den Zuschlag für das neue Eingangsportal an der Gerty-Spies-Straße und den neuen Orchesterprobesaal erhielt der Sieger des Architektenwettbewerbs: das Architekturbüro PFP aus Hamburg. Nach einer ersten groben Schätzung rechnet die Stadt mit Kosten von rund 81,7 Millionen Euro für die Theatersanierung. Eine genauere Schätzung folgt, wenn die Entwurfsplanung abgeschlossen ist.
Christoph Klüsserath, Projektleiter bei den Stadtwerken für die Theatersanierung, informierte die Gäste darüber, was das Architekturbüro aus Hamburg plant: Der neue Haupteingang wird an der Gerty-Spies-Straße liegen und so das Theater zur Stadt hin öffnen. Das künftige Probenzentrum des Orchesters schließt an den Bestandsbau in Richtung Augustinerhof an. Charakteristisch im Entwurf von Studio PFP sind vor allem die großen Fronten aus Glas, die den Menschen Einblicke in die Arbeit eines Orchesters ermöglichen sollen. Der Trierer Architekturprofessor Matthias Sieveke, der Mitglied im Preisrichtergremium war, betonte, die Entscheidung für den Entwurf aus Hamburg sei eindeutig gewesen und es sei wichtig, dieses Ergebnis eines modernen Baus jetzt auch zu unterstützen. Gerade die neue Zugänglichkeit sieht er als entscheidenden Pluspunkt für das neue Theater: „Es soll ein neuer Treffpunkt auch für junge Menschen tagsüber werden. So gewinnen wir die nächste Generation für das Theater“, zeigt er sich überzeugt.
Johannes Stiefel, technischer Leiter des Theaters, beschrieb deutlich die Herausforderungen, in einem derart maroden Haus zu arbeiten: „Es vergeht kein Monat ohne Wasserschaden. Unsere Technik ist stark überaltert und wir stoßen hier an unsere Grenzen, auch weil es teils überhaupt keine Ersatzteile mehr dafür gibt.“
Die Verantwortlichen um Kulturdezernent Markus Nöhl hoffen auf eine Bewilligung des Förderantrags des Landes Mitte 2026. Beim neuen Tufa-Anbau, in den das Theater während seiner Sanierung zieht, betrug die Förderung 60 Prozent. Anfang 2027 sollen die Bauarbeiten starten und dann zwischen drei und fünf Jahren dauern.
Nöhl betonte den Stellenwert des Theaters innerhalb der Stadt und darüber hinaus: „Das Theater schafft mit 230 Mitarbeitenden ein hochprofessionelles Kulturangebot in der Region.“ Über 120.000 Menschen – so viele wie seit Jahrzehnten nicht – seien in der letzten Spielzeit in das Haus am Augustinerhof gekommen.
Begleitend zu jedem Talk-Termin bietet das Theater Trier eine exklusive Sanierungsführung an. In kleinen Gruppen mit maximal 15 Personen erhalten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer seltene Einblicke in sonst verborgene Bereiche des Theaters. Vor Ort lassen sich die baulichen Herausforderungen und der konkrete Sanierungsbedarf unmittelbar nachvollziehen – anschaulich erklärt von Expertinnen und Experten.
Die Teilnahme an der Führung ist kostenfrei, jedoch ist die Anzahl der Plätze pro Termin begrenzt. Die Tickets können an der Theaterkasse reserviert werden. Die Führung ist leider nicht barrierefrei möglich. Die Termine werden auf der Theater-Homepage bekanntgegeben.
Weitere Informationen erhalten Sie unter https://theater-trier.de/auffuhrung/theater-talk/.