Pressemitteilung: 40 Jahre Tschernobyl

Mahnwache in Trier warnt vor Cattenom-Laufzeitverlängerung und fordert klares Veto im Mainzer Koalitionsvertrag – Petition vor 8.000-Stimmen-Marke

Antiatomnetz Trier | BUND LV RLP  | Bündnis STOPP CATTENOM

Trier. Anlässlich des 40. Jahrestags der verheerenden Reaktorkatastrophe von Tschernobyl ruft das Bündnis STOPP CATTENOM am kommenden Samstag, den 25. April 2026, ab 11:00 Uhr zu einer Mahnwache mit Infostand in der Trierer Brotstraße (Höhe Commerzbank) auf. Das Aktionsbündnis gedenkt der unzähligen Opfer des Super-GAUs von 1986 und schlägt zugleich eine drängende Brücke zur Gegenwart: „Der geplante Weiterbetrieb des französischen Atomkraftwerks Cattenom droht, ein ähnliches, unkalkulierbares Risiko für die Großregion zu werden, Cattenom gehört endlich stillgelegt.“ so Marianne Rummel vom Bund für Umwelt und Naturschutz Rheinland-Pfalz.

Tschernobyl mahnt: Das Risiko alternder Reaktoren und neue Bedrohungen

Am 26. April 1986 zeigte Tschernobyl der Welt auf erschütternde Weise, dass die Atomenergie nicht beherrschbar ist. „Wer an Tschernobyl erinnert, darf vor Cattenom nicht die Augen verschließen“, erklärt Markus Pflüger vom Antiatomnetz Trier. „Die vier Reaktoren in Cattenom erreichen bald ihre maximal geplante Lebensdauer von 40 Jahren. Die Anlage ist von Rissen und zunehmenden Störfällen gezeichnet.“ Doch das Risiko gehe heute weit über technische Defekte hinaus, so Pflüger weiter: „Der völkerrechtswidrige Krieg gegen den Iran und die Bombardierungen gegen Israel führen der Weltgemeinschaft aktuell dramatisch vor Augen, dass alle Atomkraftwerke auch potenzielle Kriegsziele sind. Neben dem Risiko einer unfallbedingten Kernschmelze wie in Tschernobyl kann eine nukleare Katastrophe heute jederzeit auch durch gezielte Bombardierungen, Cyberangriffe und Sabotage ausgelöst werden.“

Klarer Auftrag an die Koalitionsverhandlungen in Mainz

Aus dieser akuten Bedrohungslage formuliert das Aktionsbündnis einen unmissverständlichen Auftrag an die laufenden Koalitionsverhandlungen in Mainz: Die künftige Landesregierung müsse alles in ihrer Macht Stehende tun, um den Weiterbetrieb von Cattenom zu verhindern: „Der Einsatz für die längst ausstehende Umsetzung aller Stresstest-Ergebnisse nach Fukushima und die zwingende Forderung nach einer grenzüberschreitenden Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) gehören fest in den Koalitionsvertrag“, fordert Elisabeth Quaré vom MAUS e.V. Und weiter: „Ebenso muss eine aktuelle Risikostudie – insbesondere angesichts zunehmender Kühlprobleme der Reaktoren durch den Klimawandel – beauftragt und die Einleitung rechtlicher Schritte gegen diese unverantwortliche Laufzeitverlängerung konsequent geprüft werden.“

Massiver Widerstand: Bald 8.000 Unterschriften

Dass die Menschen in der Region diese Sorge teilen, zeigt der immense Zuspruch zur aktuellen Kampagne „STOPP CATTENOM“. Die begleitende Online-Petition wird von einem breiten, grenzüberschreitenden Bündnis aus insgesamt bereits 44 Organisationen getragen (22 aus Deutschland, 14 aus Frankreich, 7 aus Luxemburg und 1 aus Belgien). Zu den namhaften Unterstützern zählen neben dem BUND Rheinland-Pfalz und dem Antiatomnetz Trier als Initiatoren auch Schwergewichte wie .ausgestrahlt, Greenpeace Luxembourg, das Mouvement Ecologique, die luxemburgische Gewerkschaft LCGB sowie französische Bündnisse wie Stop Fessenheim. Die Kampagne verzeichnet einen massiven Zulauf und steht aktuell kurz davor, nach nur wenigen Wochen die Marke von 8.000 Unterschriften zu knacken.

Offline unterschreiben und ins Gespräch kommen

Um diesen Druck weiter aufzubauen und den Menschen in Trier eine Stimme zu geben, sucht das Antiatomnetz am Samstag das direkte Gespräch. Am Infostand in der Brotstraße in Trier wird nicht nur umfassendes Informationsmaterial verteilt; Bürgerinnen und Bürger haben vor Ort auch die Möglichkeit, ganz klassisch „offline“ auf Papierlisten gegen die Laufzeitverlängerung zu unterschreiben.

Termin auf einen Blick:

  • Was: Mahnwache und Infostand (40 Jahre Tschernobyl / STOPP CATTENOM)
  • Wann: Samstag, 25. April 2026, ab 11:00 Uhr
  • Wo: Brotstraße (Höhe Commerzbank), Trier


Weitere Informationen, Bildmaterial und die Petition finden Sie unter:

www.stop-cattenom.de
www.antiatomnetz-trier.de

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