Am 4. September waren wir von der LA21 beim EU-Lokaldialog „Stadtgrün verbindet“ in der Volkshochschule Trier – einer Veranstaltung von Oberbürgermeister Wolfram Leibe und dem Städtenetzwerk QuattroPole (Trier, Luxemburg, Metz, Saarbrücken) zur EU-Verordnung über die Wiederherstellung der Natur.
Was steckt dahinter? Die EU-Verordnung verpflichtet die Mitgliedsstaaten, geschädigte Ökosysteme aktiv wiederherzustellen statt nur ihren weiteren Verlust zu bremsen – bis 2030 auf mindestens 20 Prozent der geschädigten Land- und Meeresflächen. Für Städte heißt das konkret: mehr Grünflächen, mehr Biodiversität, mehr Klimaanpassung. Roby Biwer, Berichterstatter des Europäischen Ausschusses der Regionen, brachte es so auf den Punkt: Es geht um einen Perspektivwechsel – weg vom reinen Bewahren, hin zum aktiven Wiederherstellen.
Besonders spannend fanden wir den Blick in die Praxis der vier QuattroPole-Städte. Trier stellte sein Projekt „Urban Green Eye“ vor, das Grünflächen per Satellitendaten überwacht. Metz berichtete von der Entsiegelung von Schulhöfen gegen sommerliche Hitzeinseln, Saarbrücken von seiner neuen Begrünungs- und Baumschutzsatzung, Luxemburg von der Renaturierung von Bächen und geförderten Begrünungen an Gebäuden und Plätzen. In der anschließenden Podiumsdiskussion tauschten sich Vertreter:innen aus allen vier Städten (darunter für Trier Beigeordneter Dr. Thilo Becker) darüber aus, wie sich solche Vorhaben in der kommunalen Praxis umsetzen lassen, zwischen Zuständigkeiten, Haushalten und dem, was vor Ort tatsächlich machbar ist.
Genau an dieser Stelle wird für uns deutlich, warum eine Veranstaltung wie diese auch für die LA21 relevant ist. EU-Verordnungen entfalten ihre Wirkung am Ende dort, wo Menschen leben, arbeiten und sich engagieren – und genau dort setzt unsere Arbeit an: Als Bindeglied zwischen Bewohner:innen, Zivilgesellschaft, Unternehmen, Politik und Verwaltung übersetzen wir solche großen Vorhaben in das, was vor Ort passiert, und bringen umgekehrt auch ein, was die Menschen in Trier bewegt.
Wer tiefer einsteigen möchte: Die Stadt Trier hat einen ausführlichen Bericht zur Veranstaltung veröffentlicht, unter anderem mit weiteren Projekten wie der Umgestaltung des Paulusplatzes und der Alleenring-Modernisierung ab 2027.
