Trier hält zusammen | Menschenkette am 12.02. ab 14 Uhr

Die seit zwei Jahren anhaltende Pandemie zehrt an unseren Kräften. Am stärksten trifft es alle, die Tag für Tag in Krankenhäusern, Pflegeeinrichtungen und Praxen gegen Corona ankämpfen – und es trifft vor allem jene, die persönlich unter der Pandemie leiden müssen: Vorerkrankte, immunge­schwächte und andere durch COVID und die Maßnahmen besonders gefährdete Personen, alle die schwer erkrankt sind, mit (Langzeit)-Folgen der Infektion kämpfen oder geliebte Menschen verloren haben.

Auch bei vielen anderen schwindet die Geduld. Nicht jede Maßnahme ist schlüssig, nicht jede Ent­scheidung ist nachvollziehbar oder gerecht. Unser Leben ist nach wie vor eingeschränkt, viele kämpfen mit existentiellen Problemen. Sozial marginalisierte Menschen wie Geflüchtete, Leih­ar­bei­ter:innen und Obdachlose treffen die Maßnahmen zur Bekämpfung der Pandemie besonders stark.

Wir wollen mit einer Menschenkette in der Trierer Innenstadt ein klares Zeichen setzen FÜR einen gesellschaftlichen und demokratischen Zusammenhalt angesichts dieser Pandemie – am Samstag, den 12. Februar 2022 ab 14 Uhr in der Fußgängerzone von Trier.

Wir setzen uns ein FÜR eine auf den universellen Menschenrechten basierende demokratische Gesellschaft. Deswegen schauen wir auch über den nationalen und persönlichen Tellerrand: Es braucht gerechte Gesundheitssysteme weltweit, denn die Pandemie hat vor allem im Globalen Süden katastrophale wirtschaftliche Folgen und verschärft bestehende Hungersnöte. Europa boostert sich, während weite Teile der Welt auf Impfstoffe für eine Erstimpfung warten. Zur weltweiten Bewältigung der Pandemie benötigen wir den erschwinglichen Zugang zu COVID-19-Gesundheits­produkten und eine globale Impfgerechtigkeit. Klar ist: Den Weg aus der Pandemie schaffen wir nur gemeinsam – auch über Grenzen hinweg.

Mit unserer Menschenkette grenzen wir uns klar ab, von den rechtsautoritären und verschwörungs­ideologischen Inhalten, die bei Spaziergängen oder Kundgebungen von Kritiker:innen von Corona­-Schutz­maßnahmen verbreitet werden. Auch ohne offensichtliche Nazis liegen diesen Demon­stra­tio­nen von Anfang an eine gefährliche Mischung aus Demokratie- und Wissenschaftsfeindlichkeit zugrunde. Wer den Staat als „krank“ und als „Corona-Diktatur“ bezeichnet, bedient rechtspopulistische Denkmuster und verlässt den demokratischen Diskurs.

Wir sind FÜR Zusammenhalt:
  • Wir setzen uns ein für mehr Mitmenschlichkeit und gegenseitige Rücksichtnahme, statt der Berufung aufs Widerstandsrecht mit Holocaustverharmlosung und Gewaltaufrufen
  • Wir stehen für Vertrauen in Wissenschaft und Medizin, statt Verschwörungs­denken und Wissenschaftsfeindlichkeit
  • Wir setzen auf eine vielfältige Gesellschaft und eine Weiterentwicklung der Demokratie statt absurde Diktaturvergleiche und demokratiefeindliche Äußerungen, die gesellschaftlichen Institutionen die Daseinsberechtigung absprechen
  • Wir sind für eine Demokratisierung des Gesundheitssystems, statt einer Priorisierung der Wirtschaft gegenüber der Gesundheit und ihrer Vermarktung
  • Wir stehen für gesellschaftliche Teilhabe und Inklusion aller, statt für egoistische Selbstermächtigungsfantasien
  • Wir sind für intensive gesell­schaftliche Debatten, die uns alle weiterbringen, statt selbstbezogenen Forderungen nach Feier- und Konsumfreiheit sowie der Selbstinszenierung als Opfer der Corona-Schutzmaßnahmen

Deshalb gilt es, Flagge zu zeigen und sich zusammenzuschließen für solidarisches Miteinander, Vernunft und Gemeinsinn.

Organisatorisches

Ab 14 Uhr sind alle eingeladen in die Innenstadt zu kommen und sich entlang des Versammlungs­raumes zu verteilen: Von der Porta Nigra über die Simeonstraße, Hauptmarkt durch die Fleisch-, Brot-, Fahrstraße bis zum Viehmarktplatz (und wenn es reicht auch über die Stresemann- und Fleischstraße bis zum Hauptmarkt).
Hinweis: Schal und Transparente für die Kettenbildung mitbringen, da wir uns aus hygienischen Gründen nicht an den Händen fassen sollten.

Für die Betreuung der Aktion werden noch dringend helfende Hände gesucht, die sich als Ordner:innen engagieren möchten. Wer mitmachen möchte schreibt am besten eine kurze Mail an Sophie Lungershausen (lungershausen@la21-trier.de).

Um 15.00 Uhr wird die Menschenkette bis 15:15 Uhr geschlossen, anschließend, ab 15.30 Uhr Abschluss-Kundgebung auf den Viehmarktplatz