Wo Philosophie auf Praxis trifft – Zu Gast bei der Eröffnung von TRIANE

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6. Mai 2026, Campus II der Universität Trier

Manchmal lohnt es sich, einen Abend lang innezuhalten und nachzufragen: Auf welchen Grundlagen handeln wir eigentlich – und handeln wir gut? Genau diese Haltung stand im Mittelpunkt der Eröffnungsfeier des Trierer Instituts für Angewandte Ethik (TRIANE), zu der wir von der Lokalen Agenda 21 Trier sehr gerne die Einladung angenommen haben.

Ein Abend mit Gewicht – und mit Sekt

Die Kapelle auf Campus II der Universität Trier bot einen stimmungsvollen Rahmen für einen Abend, der gleich zu Beginn Größe zeigte: Mit Grußworten von Universitätspräsidentin Prof. Dr. Eva Martha Eckkrammer sowie von Dekan Prof. Dr. Andreas Schröer wurde deutlich, wie viel Rückenwind das neue Institut von Anfang an genießt.

Den inhaltlichen Auftakt setzte der Festvortrag von Prof. Dr. Sven Nyholm (LMU München) über generative KI, Verantwortungslücken und das, was er „künstliche menschliche Intelligenz“ nennt – ein Vortrag, der sowohl philosophisch präzise als auch unmittelbar zugänglich war. Wer dachte, Ethik sei trocken, wurde hier eines Besseren belehrt.

Im Anschluss diskutierte die TRIANE-Leitung über eine grundlegende Frage: Warum braucht es überhaupt ein Institut für Angewandte Ethik? Die Antwort, die sich durch den gesamten Abend zog, war überzeugend: weil ethische Fragen nicht im Elfenbeinturm beantwortet werden können, sondern dort, wo Wissenschaft, Gesellschaft und Praxis aufeinandertreffen.

Der Sektempfang im Anschluss – begleitet von der Jazzcombo des Campus II – bot dann einen entspannten Rahmen für angeregten Austausch. Wir haben interessante Gespräche geführt, neue Gesichter kennengelernt und uns gefragt, wo unsere Wege sich vielleicht schon bald wieder kreuzen könnten.

Drei Säulen – eine davon besonders nah an unserem Herz

TRIANE arbeitet in drei thematischen Schwerpunkten: Ethik für Pflege und Gesundheitsförderung, Ethik der Digitalisierung und – für uns besonders aufhorchen lassend – Ethik & Nachhaltigkeit.

Dass Nachhaltigkeitsfragen nicht nur technische oder politische, sondern zutiefst ethische Fragen sind, ist eigentlich selbstverständlich. Und doch fehlt es oft an Räumen, in denen diese Dimension konsequent mitgedacht wird. TRIANE schafft genau einen solchen Raum – interdisziplinär, mit Beteiligung aus Philosophie, Pflegewissenschaft, Informatik und Rechtswissenschaft.

Für eine Organisation wie die LA21 Trier, die täglich an der Schnittstelle zwischen globalem Denken und lokalem Handeln arbeitet, ist das eine vielversprechende Entwicklung. Nachhaltige Transformation braucht neben Konzepten und Formaten eben auch die Frage: Ist das, was wir tun, auch das Richtige – und für wen?

Gespannt auf das, was kommt

TRIANE plant Vortragsreihen, Workshops und Publikationsprojekte, die alle drei Säulen mit Leben füllen sollen. Wir werden die Entwicklung des Instituts aufmerksam verfolgen – und freuen uns auf alles, was in Trier an der Schnittstelle von Wissenschaft, Ethik und gesellschaftlicher Verantwortung entstehen wird.

Ein herzliches Dankeschön an TRIANE für die Einladung und an alle, mit denen wir an diesem Abend ins Gespräch gekommen sind. Wir sind dabei.

Mehr über das Trierer Institut für Angewandte Ethik

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