Seltene Bienen-Ragwurz blüht auf Naturwiesen des Studiwerks Trier
Trier. Es sind nicht immer Botaniker, die seltene Pflanzen entdecken. Manchmal sind es aufmerksame Studierende in Wohnanlagen des Studierendenwerkes, die zu solchen Entdeckungen beitragen. So auch im Frühsommer 2024 auf einer Naturwiese. Ein Biologie-Student bemerkte zwischen Gräsern und Wildblumen die Bienen-Ragwurz und informierte Hausmeister Marcus Mazzucco über seinen Fund. Heute, zwei Jahre später, blüht die seltene Orchidee bereits im dritten Jahr in Folge und steht damit für die positive Entwicklung der Artenvielfalt auf den naturnah bewirtschafteten Flächen. „Der Studierende hat mich auf die Pflanze aufmerksam gemacht. Ich habe sie fotografiert und es war schnell klar, dass hier keine gewöhnliche Wiesenblume wächst, sondern eine heimische Orchideenart. Die Bienen-Ragwurz ist vielerorts sehr selten geworden“, erinnert sich Marcus Mazzucco.
Die Natur bestimmt den Takt
Die Orchidee stellt hohe Ansprüche an ihren Standort. Ihr dauerhaftes Vorkommen zeigt, dass die naturnah bewirtschafteten Flächen des Studiwerks wertvolle Lebensräume für Pflanzen und Kleintiere bieten. Auf mehr als 2000 Quadratmetern wachsen Wildblumen, Kräuter und Gräser weitgehend ungestört. Die Wiesen werden lediglich zweimal pro Jahr gemäht.
Artenvielfalt rund um die Wohnanlagen
An allen Wohnheim-Standorten des Studiwerks fördern verschiedene Maßnahmen die Biodiversität. Dazu gehören:
- mehr als 2000 Quadratmeter Wildblumenwiesen
- 36 Vogelnistkästen
- 8 Fledermauskästen
- 2 Falkennistkästen
- 3 Insektenhotels
- 4 Igelhäuser
- ein Nashornkäferhabitat in Kooperation mit dem Trierer Grünflächenamt StadtGrün
Im Kontext mit diesem Maßnahmenbündel wirkt die Bienen-Ragwurz fast wie eine Botschafterin der Natur. Niemand hat sie gepflanzt. Niemand hat sie bestellt. Sie kam von selbst. „Dass die Orchidee inzwischen im dritten Jahr auf unseren Naturwiesen wächst, zeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind“, freut sich Andreas Wagner, Geschäftsführer des Studiwerks Trier.