Waldjugendspiele hautnah erleben im Meulenwald

Der Abschlusstag der diesjährigen Waldjugendspiele stand unter einem besonderen Vorzeichen: Extreme Hitze hatte viele Schulklassen zur kurzfristigen Absage gezwungen, die geplante Siegerehrung musste entfallen. Das Forstamt Trier hielt die Einladung für seine Ehrengäste dennoch aufrecht – und gestaltete einen Nachmittag im Meulenwald, der uns von der Lokalen Agenda 21 Trier e.V. noch lange in Erinnerung bleiben wird.

Inhaltlich verkörpern die Waldjugendspiele genau das, wofür wir stehen: Bildung für nachhaltige Entwicklung, nah an der Lebenswirklichkeit von Kindern.

Seit 1982 ein Fixpunkt der Umweltbildung

Die Waldjugendspiele sind die größte außerschulische Umweltbildungsveranstaltung in Rheinland-Pfalz. Jährlich nehmen rund 13.000 Kinder aus etwa 700 dritten Klassen teil – organisiert von der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald – Landesverband Rheinland-Pfalz e.V. gemeinsam mit dem Ministerium für Landwirtschaft, Weinbau, Umwelt und Forsten sowie Landesforsten Rheinland-Pfalz, mit Unterstützung des Ministeriums für Bildung Rheinland-Pfalz. In Trier trägt das Forstamt Trier die Verantwortung für den Standort Meulenwald.

Das Herzstück: ein rund drei Kilometer langer Waldparcours mit elf Stationen und einer Unterwegsstation zu Themen wie nachhaltiger Forstwirtschaft, Klimawandel und Artenkenntnis – ergänzt durch sportliche Wettspiele. Kein Frontalunterricht, sondern eine echte Open-Air-Waldschule zum Anfassen.

Lernen, das bleibt

Was uns besonders beeindruckt hat: Die Stationen wurden nicht von Erwachsenen, sondern von Schülerinnen und Schülern der Biologieklassen des Auguste-Viktoria-Gymnasiums Trier geleitet. Jugendliche erklären Kindern den Wald – das hat eine ganz eigene Qualität.

Beim Planspiel zur nachhaltigen Forstwirtschaft mussten die Gruppen – mithilfe von Holzscheiben verschiedener Altersstufen – einen Waldbestand in Zehnjahresschritten bewirtschaften und dabei zukunftsfähig erhalten. Auch die Ehrengäste packten mit an, darunter Dr. Thilo Becker, Beigeordneter der Stadt Trier, und Dr. Kristina Brixius, Staatssekretärin für Umwelt und Forsten. An einer weiteren Station wurde gespielt, geraten und kommuniziert – bis aus gesammelten Puzzleteilen gemeinsam ein Waldtier entstand.

Forstamtsleiter Gundolf Bartmann führte herzlich und mit sichtbarer Begeisterung durch Begrüßung und Abschluss. Sein Kollege Hieronymus Pauli moderierte den Parcours kompetent und lebendig. Bartmann empfahl dabei auch digitale Waldlehrpfade per App – ein schöner Hinweis darauf, dass Naturbildung und digitale Welt kein Widerspruch sein müssen.

Den Ausklang bildete ein entspanntes Beisammensein an der Waldbühne – Gespräche im Schatten, gute Verpflegung, echtes Netzwerken.

Was bleibt

Ein Team, das unter schwierigen Bedingungen flexibel und herzlich agiert – das fällt auf. Das Forstamt Trier hat an diesem Nachmittag gezeigt, was gute Umweltbildung ausmacht: Fachwissen, Engagement und die Überzeugung, dass es sich lohnt. Gundolf Bartmann, Hieronymus Pauli und dem gesamten Team gilt unser herzlicher Dank für die Einladung und den schönen Nachmittag im Meulenwald.

Mehr Informationen zu den Waldjugendspielen: www.wald-jugendspiele.de

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