Europäischer Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung – und wir waren dabei
Der 5. Mai ist kein gewöhnliches Datum. Seit mehr als 30 Jahren finden an diesem Tag europaweit Aktionen statt, die an eines erinnern, das eigentlich selbstverständlich sein sollte: Gleichstellung ist kein Privileg, sondern ein Menschenrecht. In Trier haben wir diesen Tag nicht nur beobachtet – wir haben ihn mitgestaltet.
Das Bündnis hinter dem Tag
Unter dem Motto „Grund-Rechte kürzt man nicht! Inklusion ist Pflicht!“ zogen rund 700 Menschen durch die Trierer Innenstadt, um am Europäischen Protesttag ein deutliches Zeichen zu setzen. Organisiert wurde das alles vom Trierer Aktionsbündnis 5. Mai – einem Zusammenschluss aus 25 sozialen und kulturellen Institutionen der Region, der mehr Barrierefreiheit im öffentlichen Raum, mehr Teilhabe und gesellschaftliches Umdenken fordert.
Die Lokale Agenda 21 Trier ist Teil dieses Bündnisses – und genau das spiegelte sich darin wider, wie intensiv wir in die Aktionswoche rund um den 5. Mai eingebunden waren.
30. April: Couch Talk im Sektor 9000
Am 30. April lud das Lab 9000 zum Open Mic & Couch Talk in den Sektor 9000 in der Palaststraße ein – einem Abend mit Raum für echte Geschichten, offene Worte und Begegnungen auf Augenhöhe. Ab 18 Uhr gehörte das Mikro denjenigen, die eigene Texte, Gedanken oder Erlebnisse teilen wollten. Ab 19:40 Uhr erzählten Menschen, die selbst von Behinderungen betroffen sind und solche, die sich für diese einsetzen oder mit ihnen arbeiten und leben, lebensnah und ehrlich von ihren Erfahrungen – ohne Filter, ohne Schönfärberei.

Was in dem kleinen Veranstaltungsraum gleich neben unserer Geschäftsstelle entstand, war genau das, was solche Abende im besten Fall sein können: kein Betroffenheitsprogramm, sondern echter Austausch. Wir waren in der Organisation, Gestaltung und Moderation dabei und froh darüber.
2. Mai: Agenda-Quiz mit den Landtunten
Dann wurde es bunt – und laut, auf die beste Art. Am 2. Mai luden die Lokale Agenda 21 Trier und die Landtunten zum Quizabend in den Queergarten des Schmit-Z e.V. ein. Mehrere Runden, jede Menge Fragen zu Nachhaltigkeit, Inklusion und Diversität – und eine fröhliche Mischung aus Community und Quiz-Feeling. Die Landtunten brachten ihren ganz eigenen Charme mit: es wurde bunt, laut und herzlich.
27 Teams bis zu zehn Personen, Eintritt frei, Preise aus der Region – und eine Energie, die deutlich machte: Bildung muss nicht trocken sein, und Inklusionsthemen müssen keine Kopfschmerzen machen.
5. Mai: Demo, Stand, Awareness
Dann kam der Tag selbst. Der Demonstrationszug startete um 13 Uhr auf dem Porta-Nigra-Vorplatz und führte durch die Innenstadt bis zum Hauptmarkt, wo weitere Reden und Infostände warteten.
Wir waren auf mehreren Ebenen dabei: als Koordination für das Awareness-Team im Demozug – eine Aufgabe, die leise, aber wichtig ist – und mit einem eigenen Stand am Hauptmarkt, wo wir ins Gespräch kamen, informierten und zuhörten.
Es war gut was los. Die Stimmung war laut, bunt und kämpferisch – so wie es sein soll, wenn fast 700 Menschen gemeinsam deutlich machen wollen, dass Teilhabe kein Angebot ist, das man annehmen oder ablehnen kann. Erst als das Wetter umschlug, leerte sich der Platz nach und nach. Bis dahin: volle Kraft.
Was bleibt
Eine Aktionswoche, die zeigte, wie viel möglich ist, wenn viele zusammenarbeiten. Vorbereitendes Zuhören, ein Quiz-Abend als Brücke zwischen Szenen und Communities und eine Demo mit echtem Gewicht.
Inklusion ist keine Nische. Sie geht uns alle an. Und sie geht uns – das hat diese Woche wieder gezeigt – als Lokale Agenda 21 Trier ganz besonders an.
Weitere Informationen zum Aktionsbündnis findet ihr hier.