Trierer Zukunftskonferenz unter dem Motto „Klimawandel findet Stadt“ gestartet

Trier muss sich dem Klimawandel und den damit verbundenen Herausforderungen stellen – auf dieser Grundlage ist am vergangenen Donnerstag, den 09. September 2021 die diesjährige Trierer Zukunftskonferenz gestartet. Die gut besuchte Auftaktveranstaltung im Großen Saal der TUFA markiert den Startschuss für ein Veranstaltungsprogramm rund um das Thema Klimawandel findet Stadt. Mit Workshops und Stadtrundgängen soll hier der Grundstein für langfristiges und gemeinschaftliches Engagement für die Anpassung Triers an den Klimawandel gelegt werden.

Großes Interesse am Vortrag von Prof. Dr. Antje Bruns

Die Veranstaltung begann mit einem energischen Impulsvortrag von Antje Bruns, Professorin am  Governance and Sustainability Lab der Universität Trier. In diesem ging sie vor allem auf die Aktualität des Klimawandels und der dringend notwendigen Anpassung von Städten an dessen Folgen ein. „Die Fluten in Deutschland und ganz Westeuropa wurden durch viele Einzelentscheidungen über Jahre hinweg begünstigt“, so Bruns, „Entsprechend wichtig ist es, jetzt bei Punkten wie der Entsiegelung von Flächen oder der Begradigung von Flüssen zusammenzuarbeiten und im Dialog Lösungen zu finden“. Der Kernaussage ihres Vortrages, dass sich sowohl unser aller Leben, als auch unsere Städte für dieses Ziel nachhaltig verändern müssen, schlossen sich dann auch Baudezernent Andreas Ludwig und Dr. Astrid Kleber an.

Kleber, die im rheinland-pfälzischen Kompetenzzentrum für Klimawandelfolgen in Trippstadt arbeitet, vertiefte mit ihrem Vortrag in der Folge noch einmal die besondere Betroffenheit der Region Trier durch den Klimawandel. So führe besonders die Zunahme von Hitze- und Wetterextremen zu erheblichen Problemen für Mensch und Natur, etwa durch den Rückgang der Biodiversität oder durch Gesundheitsrisiken bis hin zum Hitzetod. „Der Mensch ist ein Gewohnheitstier, deswegen braucht es Mut zu Veränderung und das Schaffen neuer Gewohnheiten“, plädierte Kleber. Die 50 versammelten Teilnehmenden beteiligten sich in der Folge lebendig und meinungsstark an der Diskussion – ein gutes Vorzeichen für die Zusammenarbeit in den kommenden Wochen.

Den Abschluss der Input-Runde bildete schließlich der Vortrag von Christian Kotremba von der Landesanstalt für Umwelt, Messungen, und Naturschutz Baden-Württemberg. Konkret und anschaulich erklärte er, wie Städte mit den schwerwiegenden Folgen des Klimawandels, gerade in den Bereichen Hitze- und Wassermanagement, umgehen können. Dabei zeigte er nicht nur die vorbildliche Arbeit anderer Städte, sondern lieferte auch gleich praktische Tipps für die besondere Situation Triers: Hellere Fassaden, Begrünung von Dächern und Fassaden und das Schaffen von Versickerungsflächen für Niederschlag und Hochwasser. „Wir sind bereits mittendrin im Klimawandel – und wir müssen unsere Städte entsprechend umgestalten“, mahnte Kotremba und erhielt großen Zuspruch.

Angeregte Diskussion in den Arbeitsgruppen (Foto: Presseamt Trier)

Der Inspiration durch die Vorträge folgte dann die Gründung zweier Arbeitsgruppen, die sich mit den Schwerpunkten Grün statt Grau (Fassaden- und Dachbegrünung) und Grün und Braun statt Grau (Förderung innerstädtischer Grünflächen) beschäftigen. An den geplanten Workshop-Tagen am 18. und 25. September sollen die Themen vertieft und in konkrete Maßnahmen für Trier geformt werden. Die Workshops stehen allen Interessierten offen, weitere Informationen gibt es jederzeit unter www.la21-trier.de/zukunftskonferenz2021. Die Zukunftskonferenz 2021 wird von der Stadt Trier dank des Engagements des Lenkungsauschusses der Lokalen Agenda 21 mit freundlicher Unterstützung der City-Initiative Trier e.V.  ausgerichtet.