Nachhaltige Architektur: Grün aufs Dach und an die Fassade

Am 25. Juni fand ein „Trier-begrünt!“-Workshop mit dem Themenschwerpunkt der nachhaltigen Architektur durch Dach- Fassadenbegrünung statt. Insgesamt duften wir 30 Architekt:innen zu dem Workshopangebot begrüßen, zu dem wir in Kooperation mit der Kammergruppe 5 eingeladen hatten. Fachlich begleitet wurde die Veranstaltung durch Dr.-Ing. Sandra Sieber, die als wissenschaftliche Mitarbeiterin im Forschungsprojekt „Grün statt Grau – Gewerbegebiete im Wandel“ an der TU Darmstadt arbeitet.

Grün ans Gebäude, wozu?

Wirft man einen Blick auf den Bosco Verticale in Mailand, den Kö-Bogen II in Düsseldorf oder auch auf die Sparkassen-Filiale in der Theodor-Heuss-Allee in Trier wird klar: Grün am Gebäude ist Trend und wird von planerischer Seite immer mehr mitgedacht und von Anfang an integriert. Doch dient die Begrünung primär der Ästhetik, oder steckt mehr dahinter?

Genau dies erläuterte Dr.-Ing. Sieber in ihrem Vortrag zu „Fassadenbegrünung – ein Baustein im StadtKlimaWandel“ sehr tiefgründig und fundiert. Sie betrachtete Grün in der Stadt als großes Potenzial für die Anpassung an den Klimawandel, für mehr Biodiversität und mehr Aufenthaltsqualität. Vor allem im innerstädtischen und versiegelten Raum, der sich in Hitzemonaten deutlich stärker erwärmt als das urbane Umland. Dort kann Stadtgrün für Schatten und Kühlung sorgen. Mehr Grün am Gebäude wirkt nicht nur der Hitze entgegen, sondern reagiert auch positiv auf Regen. Denn Pflanzen können Regenwasser durch Versickerung zurückhalten und damit die Kanalisation entlasten und Wasser an Ort und Stelle speichern.

Auf die richtige Pflanze kommts an!

Dr.-Ing. Sieber stellte verschiedenste Pflanzenarten vor, die für die Fassadenbegrünung an Gebäuden genutzt werden können. Betonen lässt sich an dieser Stelle, dass sich eine fachliche Pflanzberatung vorab unbedingt lohnt, um für den jeweiligen Standort die passende Art zu finden. Damit sollte ein langes und nachhaltiges Überleben von Pflanze und Gebäude gewährleistet sein. Dementsprechend war eine Schlüsselbotschaft von Dr.-Ing. Sieber, dass mit kompetenter Planung und guter Pflege die Chancen für eine langfristige und gutaussehende Gebäudebegrünung sehr gutstehen. Vertiefende Informationen dazu bieten beispielweise der Leitfaden „Gebäudebegrünung – Vom Überblick zum ersten Schritt“ oder der Bundesverband Gebäude Grün e.V. (BuGG) an.

Unser Fazit: Mehr Gebäude-Grün geht auch in Trier

Der Vortrag ging in einen lebendigen Austausch insbesondere über die praktische Anwendung im Arbeitsalltag als Architekt:in in und rund um Trier über. Dachbegrünungen wären schon etablierter als Fassadenbegrünungen, letztere würden vereinzelt aber auch nachgefragt werden, so die Rückmeldungen der Teilnehmenden.

Wir hoffen von Seiten des „Trier-begrünt!“-Teams, einen nachhaltigen Impuls in Richtung mehr „Grün aufs Dach und an die Fassade“ durch Dr.-Ing. Sieber gesetzt zu haben. Insbesondere motivierend für Privatpersonen, die interessiert an der Umsetzung von Dach- und Fassadenbegrünungen in Trier sind, ist die von der Stadt Trier geplante Förderung für beide Maßnahmen. Gefördert werden jeweils Planungs-, Material- und Baukosten. Die Förderphase ist allerdings noch nicht gestartet, bis dahin sollten Sie unbedingt noch mit der Umsetzung warten, um gefördert zu werden. Genauere Informationen dazu und ab wann es losgeht, finden Sie hier.

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